Baublog Ratatoeskr - Wir bauen unser Fertighaus mit SchwörerHaus

Welche Heiztechnik ist die richtige?

Heiztechnik

Die Frage nach der richtigen Heiztechnik ist schwierig und das Angebot ist groß. Daher ist es um so wichtiger sich Gedanken darüberzumachen, welche Heizung die richtige für die persönlichen Bedürfnisse ist.

Der Standard bei SchwörerHaus ist die Schwörer-Frischluftheizung. Der Name steht prinzipiell für eine Luft-Luft-Wärmepumpe. Auch andere Fertighaus-Anbieter bieten in der Regel diese Heiztechnik in der Grundausstattung an. Von Anfang an war, im Besonderen, ich sehr skeptisch gegenüber dieser Technik. Für mich fühlte es sich so an, als würden wir dann unser Haus mit einer Elektroheizung auf wohlige Temperaturen bringen und das war für mich, vor allem in Bezug auf die Kosten, ein rotes Tuch. Allerdings überredete Dolores mich dem ganzen eine Chance zu geben und so habe ich mich in die Materie eingearbeitet und mir Nächte um die Ohren gehauen, um eine Entscheidung treffen zu können.

Welche Heiztechniken stehen zur Verfügung?

Es gibt heutzutage eine Vielzahl von Möglichkeiten sein Eigenheim auf eine angenehme Temperatur zu erwärmen. Einige sind hochmodern und andere sind eher etwas in die Jahre gekommen, besonders mit Hinblick auf die Ökologie. Diese werden wir hier bewusst außen vor lassen, da wir selbst eher eine zukunftsorientierte Lösung ohne Fossile Brennstoffe bevorzugen.

Häuser, welche heutzutage gebaut werden, sind sehr gut gedämmt. Vor allem Fertighäuser können dank des verbauten Holzes bei dem Thema Energieeffizienz, also der Dämmung, punkten. Unser Schwörer Fertighaus wird nach den Vorgaben der EnEV den KFW 55 Standard erreichen. Unter diesem Aspekt sollte die Heiztechnik auch nicht überdimensioniert sein. Aus unserer Erfahrung mit unserer KFW 70 Mietwohnung, können wir sagen, dass eine intensive Nutzung unseres Computers bereits ausgereicht hat, um den Innenraum unangenehm warm werden zu lassen. Welche Möglichkeiten gibt es nun für uns, um möglichst effizient das Haus zu beheizen? Wenn man mit SchwörerHaus ein Fertighaus baut, dann stehen folgende Optionen, welche unsere Kriterien erfüllen zur Auswahl.


Sole-Wasser-Wärmepumpe / Erdwärmepumpe

Mein Favorit war zu Beginn eine Sole-Wasser-Wärmepumpe auch Erdwärmepumpe genannt. Bei dieser Heiztechnik wird ein Kältemittel über ein Leitungssystem, welches über zwei Arten verlegt werden kann, verdampft und in einem Kompressor verdichtet. In einem Kondensator auch als Verflüssiger bezeichnet gibt das Kältemittel seine durch die Erdwärme gewonnene Energie an das Heizsystem also an den Wasserkreislauf ab und wird wieder verflüssigt. Durch ein Expansions- oder Entspannungsventil wird das noch unter Druck stehende Kältemittel wieder in den Verdampfer geleitet und das ganze Prozedere beginnt von vorn. Heruntergebrochen funktioniert das ganze System so ähnlich wie ein Kühlschrank nur eben umgekehrt. Auf diese Weise funktionieren die meisten Arten von Wärmepumpen, welche einen Wasserkreislauf erwärmen.

Quelle: waermepumpe.de

Nun kommen wir zu den Möglichkeiten, wie die Wärmequelle, also die Sole erschlossen werden kann.

  1. Erwärmesonden
  2. Flächenkollektoren (Körbe oder Leitungen)

Erdwärmesonden werden bis zu 100 Meter tief in die Erde gebohrt. Dabei soll ein Kreislauf entstehen, damit das Kühlmittel in die Erde abfließen kann und sich, je tiefer es kommt über den Erdboden erwärmt und dort verdampft. In Gasform steigt das Mittel wieder nach oben und wird in der Wärmepumpe verdichtet und über den Verflüssiger wird die Wärme an den Heizkreislauf abgegeben.

Bei Flächenkollektoren können entweder Erdwärme-Körbe oder ein Schlauchsystem in Schlangenform im Garten verlegt werden. Im Gegensatz zu den Erdsonden wird hier nicht tief gegraben also ist auch die Effizient nicht so hoch, da der Erdboden in 100 Meter Tiefe natürlich konstant wärmer ist, als in etwa 1,5-3 Meter Tiefe. Dieser Nachteil soll über ein längeres Leitungssystem kompensiert werden.

Vorteile der Sole-Wasser-Wärmepumpe

  • Hohe Effizienz
  • Niedrige Betriebskosten
  • Wird gefördert (bei Kolletoren mind. 4.000€, bei Sonden mind. 4.500€)

Unser Tipp: Bei den Verkaufsgesprächen wird nie auf die gesonderte Förderung von Erdwärmepumpen oder insgesamt bei allen X-Wasser-Wärmepumpen eingegangen. Ihr solltet euch hier genau informieren, die Hausbauer werden versuchen euch immer, die für Sie am günstigsten Variante zu verkaufen.

Nachteile bei dieser Technik sind folgende

  • Für die Bohrung einer Erdsonde benötigt man meist eine gesonderte Genehmigung von der Gemeinde oder vom Land.
  • Erdkollektoren benötigen eine große Fläche, die nicht überbaut werden darf
  • Die Anschaffungs- und Erschließungskosten sind sehr hoch

Bei einer Sole-Wasser-Wärmepumpe muss im Haus selbst natürlich ein Wasserkreislauf als Speichermedium vorhanden sein. Die meisten werden hier heutzutage auf eine Fußbodenheizung setzen, dies verursacht zusätzliche Kosten.  

Wer sich genauer informieren möchte, kann sich auch bei Bundesverband Wärmepumpe e.V. tiefer einlesen.


Luft-Wasser-Wärmepumpe

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzt die gleiche Technik wie die Erdwärmepumpe, nur wird hier das Kühlmittel über die Luft erwärmt. Dies ist natürlich nicht so effizient wie bei der Erdwärme aber die Technologie entwickelt sich natürlich auch stetig weiter. Im Gegensatz zur Sole-Wasser-Wärmepumpe ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe allerdings überall nutzbar und man benötigt keinerlei Sondergenehmigungen, teure Bohrungen oder Erdarbeiten für Flächenkollektoren. Auch bei dieser Technik muss natürlich ein Wasserkreislauf zum Speichern und verteilen der Wärme vorhanden sein. Wird es im Winter kälter, sinkt die Energieeffizienz dieser Heiztechnik. Die Wärmepumpe kann im Haus verbaut werden oder außerhalb. Immer wieder hört man bei Außengeräten, dass sich Nachbarn durch das ständige Brummgeräusch der Luft-Wasser-Wärmepumpe gestört fühlen. Vermutlich hat sich dies in den letzten Jahren deutlich gebessert, der Trend jedoch entwickelt sich hin zu einem Einbau in den Technikraum. Auch SchwörerHaus verbaut die Luft-Wasser-Wärmepumpe unseres Wissens nach im Haus.

Vorteile der Luft-Wasser-Wärmepumpe

  • Überall Nutzbar ohne zusätzliche Erschließungen oder Genehmigungen
  • Gilt als Standard der Wärmepumpen
  • Wird gefördert mit mindestens 1.300€

Nachteile der Luft-Wasser-Wärmepumpe

  • Im Vergleich zur Sole-Erdwärmepumpe geringere Effizienz
  • Könnte je nach Aufstellungsort und Technik die Nachbarn belästigen

Pellet- oder Hackschnitzelheizung

Die Pelletheizung oder auch Hackschnitzelheizung basiert darauf Holz in Pellet-Form oder stark zerkleinert, als Hackschnitzel zu verfeuern und damit einen Wasserkreislauf zu erwärmen. Die Holzpreise waren in den letzten Jahren stabil, wer weiß jedoch wie lange das noch so bleibt. Für diese Art der Heizung benötigt man einen Kamin. Das derzeitige Haus, in dem wir zur Miete wohnen, nutzt diese Heiztechnik. Daher erleben wir am eigenen Leib welche Arbeit diese Art des Heizens macht. Nicht nur muss das Material angeliefert werden, nein es will auch gelagert werden, das bedeutet man braucht viel Platz, am besten in einem Keller. Das System, das bei uns verwendet wird, verfeuert Hackschnitzel. 3-4 mal pro Jahr wird es angeliefert und das bedeutet für uns die Fenster am Abwurfort zu putzen, denn dieses Material mach sehr viel Dreck. Zudem fällt das System regelmäßig aus, da die kleinen Holzteilchen die Förderschnecke teilweise lahmlegen. Wir wollen uns das in unserem Haus nicht antun.

Das Heizsystem hat natürlich auch einige Vorteile

  • Sehr geringer Stromverbrauch
  • Nachwachsender Rohstoff
  • Förderung ist möglich
  • Noch günstige Betriebskosten

Dagegen stehen folgende Nachteile

  • Hoher Wartungsaufwand
  • Hohe Anschaffungskosten
  • Verbraucht viel Lagerplatz
  • Die gute Ökobilanz kann durch den Transport negiert werden

Die CO2 Neutralität haben wir hier nicht aufgenommen, da es natürlich freigesetzt wird und bei der Verbrennung von Holz auch Feinstaub freigesetzt wird. Zwar verläuft die Verbrennung von Pellets relativ sauber. Aber eine 100 prozentig saubere Verbrennung gibt es leider nicht. Uns ist auch klar, dass beim Erzeugen von Strom für Wärmepumpen auch Emissionen entstehen, hier kann aber in der Zukunft mit den entsprechenden Lösungen, wie z.B. Fotovoltaik oder Wasserstoff in Kombination mit einer Brennstoffzelle eine bessere Lösung geboten werden, davon sind wir überzeugt.


Luft-Luft-Wärmepumpe

Der Luft-Luft-Wärmepumpe wird auch unterstellt keine "echte" Wärmepumpe zu sein, da sie im Gegensatz zu den anderen Wärmepumpen keinen Kühlmittelkreislauf zur Abgabe der Wärme nutzt. Prinzipiell wird die Lüftungsanlage dazu genutzt angesaugte Luft von außen durch die Abluft vorzuwärmen. Dies geschieht über einen Plattenwärmetauscher oder Gegenstromwärmetauscher.  Bis zu 90 % der Wärme kann so wieder genutzt werden. Die dadurch vorgewärmte Luft wird dann über eine Kleinstwärmepumpe weiter aufgewärmt. Das System setzt allerdings voraus, dass das Haus in dem es eingesetzt wird, optimal gedämmt ist. Zusätzlich kann diese Heiztechnik über einen Sole-Erdwärmetauscher optimiert werden. Dabei werden Sole Leitungen um das Haus verlegt oder Erdwärmekörbe gesetzt. Dies soll eine zusätzliche Erwärmung der Luft über den Erdboden gewährleisten. Der Sole-Erdwärmetauscher kann im Sommer auch zum "ankühlen" der angesaugten Luft genutzt werden. Bei dieser Art des Heizens benötigt man keinen gesonderten Wasserkreislauf, bis auf das Brauchwasser natürlich, was in diesem Fall über eine gesonderte Brauchwasser-Wärmepumpe aufbereitet wird. Da man in einem KFW55 Haus sowieso eine kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) installieren muss, kann man hierbei eine zusätzliche Wärmepumpe und die dafür benötigte Fußbodenheizung sparen.

Diese, als auch die anderen Wärmepumpen können natürlich mit einer Fotovoltaik-Anlage kombiniert werden. Dies erhöht ihre Effizienz deutlich. Allerdings liefern Fotovoltaikanlagen im Winter weniger Strom und die Effizienz der Luft-Luft-Wärmepumpe sinkt mit jedem Grad im Minus. Das bedeutet, wenn es richtig kalt wird, dann muss auf irgend eine Art unterstützend geheizt werden. Dies kann über sogenannte PTC-Elemente oder durch einen Kaminofen erfolgen. Was die Stromkosten, zumindest beim elektrischen heizen, noch weiter in die Höhe treibt. Ein Sole-Erdwärmetauscher sollte das so gut es geht vermeiden.

Vorteile einer Luft-Luft-Wärmepumpe

  • Niedrige Anschaffungskosten
  • Positiver Effekt durch Luftzirkulation
  • Kann auch zum ankühlen der Luft genutzt werden
  • Kein zusätzlicher Wasserkreislauf notwendig

Nachteile der Luft-Luft-Wärmepumpe

  • Niedrige Effizienz bei hohen Minusgraden (zuheitzen über PTC-Elemente)
  • Höhere Betriebskosten als bei anderen Wärmepumpen
  • Teilweise wird über zu trockene Luft gesprochen

Fazit

Wir haben uns letztendlich für die Schwörer-Frischluftheizung entschieden. Wenn man dieses System mit einem Sole-Erdwärmetauscher kombiniert, gehen wir davon aus, dass wir damit glücklich werden. Bei meiner Recherche bin ich über einen Artikel gestoßen, der mir die Augen zur Zukunft geöffnet hat, leider habe ich diesen Artikel bisher nicht mehr gefunden aber, sobald ich ihn wieder aufgefunden habe, werde ich ihn mit euch teilen. In diesem wird davon berichtet, dass in Zukunft über die Fotovoltaikanlagen der Strom über Wasserstoff langzeitig für den Winter gespeichert werden kann. Wenn dann der Winter naht, kann der Strom über eine Brennstoffzelle erzeugt werden. Auch wurde darüber geschrieben, dass ein zusätzlicher Wasserkreislauf nur mehr Energie benötigt und eine zusätzliche Fehlerquelle darstellt.

Löst man sich von der alten Vorstellung einer Heizung mit klassischem Wasserkreislauf, liest mehr über die Materie, versteht wie die Schwörer-Frischluftheizung oder eine Luft-Luft-Wärmepumpe funktioniert und lässt sich darauf ein, so ist dies unsere Meinung nach ein Heizsystem mit Zukunft. Hätten wir eine Luft-Wasser-Wärmepumpe aufbemustert, so hätten wir zusätzlich um die 15.000 € investieren müssen. Dafür kann man relativ lange heizen. Bei einer Erdwärmepumpe wären es eine noch höhere Investitionssumme gewesen. Wir sind gespannt wie es wird.

Vielleicht habt Ihr schon Erfahrungen mit einer Luft-Luft-Wärmepumpe bzw. einer Schwörer-Frischluftheizung gemacht oder mit einer anderen Heiztechnik und könnt darüber berichten, dann lasst doch ein Kommentar da. Falls Ihr einer komplett anderen Meinung seid, dann bitte auch. ;)